Wildkräuter in Küche und Apothekenschrank(2)

Die SchafgarbeSchafgarbe

Kommen wir heute zur Gemeinen Schafgarbe (Achillea millefolium). Blätter und Blüten können auch roh verzehrt werden. Unter den Heilkräutern ist sie eine Alleskönnerin und wird schon seit den Anfängen der Kräutermedizin genutzt.

Die Schafgarbe zählt zu den ersten Kräutern, welche man im Frühjahr zu gekauften Salat oder den Sprossen hinzufügen kann. Diese wunderbar gefiederten Blättchen geben dem gekauften Salat nicht nur einen guten Geschmack, sondern werten ihn auch mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen auf. Bis in den September hinein lassen sich die jungen Triebspitzen noch verwenden. Sie eignen sich als aromatisches Gewürz für Salat, Suppen, Eierspeisen, Quark oder Kräuterbutter. Ebenso lassen sich die Blätter zum Aromatisieren von Essig nutzen. Wenn du sie trocknest kannst du sie in Kräutersalz geben.
Probier auch mal den Schafgarben-Sirup!

Von Mai bis Juni lassen sich die Knospen ebenfalls ernten und Salaten und Gemüsen zufügen um diese geschmacklich und inhaltlich aufzuwerten.

Die duftenden Blüten eignen sich auch für Likör oder Sirup.

Die blühende Schafgarbe, als Tee, als Umschlag oder als Tinktur, wirkt sehr vielseitig so kann sie krampflösend, zusammenziehend, leicht schweißtreibend, entgiftend, blutstillend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd, menstruationsregulierend, antibakteriell und antiviral wirken.

Die Anwendung als Tee eignet sich um:

  • bei Fieber und Heuschnupfen bringt der Tee Linderung
  • leichten Bluthochdruck zu senken
  • zu entschlacken und so kann er bei Gicht und Rheuma das Blut reinigen
  • bei Leberstörungen und Gallenkrämpfen können die enthaltenen Bitterstoffe und die Flavonide in der Schafgarbe die Heilung von Leberstörungen und Gallenkrämpfen unterstützen
  • bei Beschwerden im Magen-Darmbereich, wie z.B. Magengeschwüre, Gastritis, Magen-Darmkrämpfe und Verstopfungen den Körper zu unterstützen sich zu heilen.
  • bei Viruserkrankungen Erleichterung zu bringen

Die Schafgarbe gilt als eines der besten Frauenkräuter. So hilft der Tee den Frauen bei Regelblutungsbeschwerden sowie bei Krämpfen und Verspannungen des Unterleibs aber auch bei zu geringer Regelblutung, wie auch bei zu starker Blutung. Als Sitzbad mit einem Teeaufguss hilft die Schafgarbe bei Weißfluss.

Kräuterkundige verwenden die Schafgarbe wegen ihrer krampflösenden, appetitanregenden und entzündungshemmenden Inhaltsstoffe. Bei Entzündungen werden sie als Umschläge oder Bäder genutzt z.B. bei entzündeten Brustwarzen oder bei Schnitt- und Schürfwunden.

Wolf-Dieter Storl schreibt, dass er auch den Kriegern gerne half ihre Wunden zu heilen. So nennen die Russen die Schafgarbe auch „Beilhiebkraut“. Den lateinischen Namen Achillea soll die Schafgarbe einer Sage nach erhalten haben, weil der Held Achilles im Trojanischen Krieg den verletzten König Telephus mit der Schafgarbe von seinen Wunden heilte.

Wie wichtig die Schafgarbe für uns Menschen ist zeigt sich auch darin, dass sie als ein Orakelkraut benutzt wird. So werden die Schafgarbenstängel für die Stäbe des chinesischen I-Ging verwendet.

Alltagstaugliche Anleitungen für Anwendungen mit der einheimischen Schafgarbe und viele weiteren Heilpflanzen findet ihr in dem Buch von Wolf-Dieter Storl: Unsere Grüne Kraft

 

Ich möchte hier darauf hinweisen, dass Krankheiten in fachkundliche Behandlung gehören und diese Hinweise hier eine Empfehlung sind, welche zur Unterstützung zu einer Behandlung dienlich sind. Sie sollten auch ihren Therapeuten darüber informieren.

                                                                                                                   

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Schafgarben Blüten-Sirup

Kurzmitteilung

Zutaten

1 l Blüten (nimm dazu einen Messbecher)
1 kg Zucker
1 l Wasser
2 Zitronen

Zubereitung

  • Pflücke 1 l Blüten mit möglichst wenig Stängel
  • Du kannst auch noch andere duftende Blüten dazu nehmen
  • Gib die Blüten in einen Topf mit 1 l Wasser
  • Rühre 1 kg Zucker hinzu
  • nun lass es 5 Min. köcheln
  • zum Schluss gibst du den Saft von 2 Zitronen dazu
  • lass alles abkühlen
  • Seihe jetzt die Blüten ab
  • koche dann den Sirup nochmals auf
  • und fülle ihn in sterile Flaschen
  •  

Von diesem Sirup genügt 1 Esslöffel, damit du ein Glas Tee, Saft, Wasser oder Sekt mit dem feinen Blütenduft aufwerten kannst.

 

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Quark und Butter mit Kräuter

Kurzmitteilung

Für Kräuterquark oder Kräuterbutter eignen sich besonders würzige und scharfe Wildpflanzen. Das wären beispielsweise die kresseartig schmeckenden Kreuzblütengewächse wie Brunnenkresse, Hirtentäschel oder Wiesenschaumkraut.  Auch die würzigen Doldenblütengewächse wie Bärwurz, Giersch oder Wiesen-Kümmel sind dafür geeignet. Natürlich solltest du die nach Knoblauch duftenden Kräuter wie Bärlauch und Knoblauchsrauke nicht vergessen.

Die Herstellung geht denkbar einfach und schnell:

  • Hacke die frisch gepflückten Kräuter fein her.
  • Mische sie dann mit Butter oder Quark in Zimmertemperatur.
  • Den Quark kannst du mit Joghurt oder Sahne geschmacklich verbessern.
  • Zur Dekoration kannst du frisch gesammelte Wildblüten hinzuzugeben.

Die Butter kannst du zu einer Rolle formen und ihn über eine ausgestreute Blütenmischung rollen. Das sieht nicht nur gut aus – das schmeckt auch gut.

 

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Fermentierter Tee

Kurzmitteilung

fermentierter TeeMit unseren einheimischen Kräutern lässt sich auch ein Tee mit ähnlichen Aromen wie sie der Schwarztee hat herstellen. In Notzeiten wurde dieses Verfahren immer wieder angewandt. Im Schwarztee werden die besonderen Aromen durch eine Fermentation erreicht. Alles was du dazu brauchst sind einmal gerbstoffhaltige Blätter. Gut geeignet sind hier die Blätter von Brombeere, Erdbeere, Haselnuss, Himbeere, Johannisbeere oder von Rosen.

  • Pflücke am Morgen die Blätter und lasse sie bis zum Nachmittag anwelken.
  • Lege die Blätter dann auf ein Baumwolltuch oder Papiertuch.
  • Jetzt sprühst du mit einem Zerstäuber etwas warmes Wasser darüber.
  • Anschließend nimmst du ein Nudelholz und rollst kräftig darüber, dadurch brechen die Pflanzenzellen auf.
  • Nun rollst du das Tuch mit den ausgerollten Pflanzen fest ein.
  • Gib alles in eine Plastiktüte mit Zipper.
  • Stelle die Tüte für 4 Tage zum fermentieren an einen warmen Platz.
  • Dann nimmst du die fermentierten Blätter heraus und trocknest sie am besten in einem Trockenapparat oder im Ofen.

So ein fermentierter Tee sieht optisch wie Schwarztee aus auch geschmacklich nähert er sich ihm an.

Der Brennnesselsamen

Kurzmitteilung

Die Erntezeit ist von Ende August bis in den Oktober. Zieht euch bitte Handschuhe an! Ich habe mir beim ersten mal die Hände ganz schön verbrannt. (Ist aber gut gegen Rheuma 😉 )

Die Samen der Brennessel übertreffen die Brennnesselblätter wohl noch bei weitem. Auf Grund des hohen pflanzlichen Eiweißgehaltes werden die unscheinbaren Brennnesselsamen als Aphrodisiakum empfohlen. Dazu mischt man den Brennnesselsamen und gemahlenen Pfeffer im Verhältnis 1:1.

Auch in der kräuterküche lassen sich de Brennesselsamen gut verwenden. So in grünen Smoothies, in Pestos, in Brotaufstriche, auch zu einem Schnittlauchbrot oder zu Keimlingen auf einem Butterbrot stellen Brennnesselsamen mit ihrer Vitalität  eine wertvolle Bereicherung dar – und zwar nicht nur für Männer. 😉

Was macht nun diese Samen so toll? Kommen wir einfach mal zu den

INHALTSSTOFFEN

Brennesselsamen enthalten ca.

25% – 33% Öl
74% bis 83% Linolsäure
0,9% Linolensäure
Vitamin E es wird geschätzt als Radikalfänger
Schleimstoffe
Carotinoide wie ß-Carotin und Lutein: beides ausgewiesene Wirkstoffe die zur Erhaltung der Sehkraft und zur Vorbeugung gegen Makuladegeneration angewandt werden.

Die Brennessselsamen schmecken angenehm nussig. Dieses Aroma kann man noch verstärken, wenn man sie leicht anröstet. So ganz frisch geerntet können sie ei leicht im Hals kratzen. Es empfiehlt sich daher sie zuerst in einem Mörser zu zerstoßen. Um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten sollte man sie erst kurz vor dem Verzehr mörsern.  

Verwendung in der Natur- und Volksheilkunde

In den osteuropäischen Länder insbesondere in Russland werden sie Samen auch in der Volksheilkunde angewandt.

Die Russen verwenden die Brennnesselsamen als öliger Auszug äußerlich bei Hauterkrankungen wie Dermatitis; Ekzemen; trockener Hautentzündung. Aber auch bei Haarausfall und Nagelerkrankungen.

Innerlich angewandt werden sie bei Arteriosklerose, degenerative Veränderungen des Nervengewebes, Bluthochdruck. Auch bei entzündlichen Vorgängen in Magen, Darm, den Harnwegen und der Prostata. Natürlich auch bei rheumatischen Erkrankungen. Auch bei Leberzirrhose finden sie ihre Anwendung, wenngleich ein totaler Verzicht von Alkohol wohl besser wäre. Sehr gerne werden sie bei Rosacea und Schuppenflechte empfohlen, sowie zur Linderung von Prostatavergrößerungen. Die in der westeuropäischen Schulmedizin definierte Phytotherapie empfiehlt für Prostatavergrößerung hingegen die Brennnesselwurzel.

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