Brennnessel

Die Brennnessel spielt eine wichtige Rolle für den naturnahen Gärtner oder Bauer. Überall, wo sie wächst, hinterlässt sie einen guten, ausgeglichenen Boden. Sie gilt unter Kennern als hervorragende Humusbildnerin. Schauen wir uns nun einmal näher an, was der kluge Gärtner alles mit der Brennnessel so anfangen kann:

  • Die Brennesseljauche, diese düngt nicht nur kräftig die Gemüsepflanzen, sondern macht sie auch gegen Schädlings- und Pilzbefall widerstandsfähiger. Das Düngen mit dieser Jauche verändert die Zusammensetzung der Säfte in den Kulturpflanzen, so dass sie den Insekten nicht mehr so gut schmecken. Ein alter Gärtner erzählte mir, er habe sogar beobachtet, wie durch diese Behandlung die Ameisen aktiver wurden und auf Raupenjagd gingen. Die Brennnesseljauche stinkt entsetzlich, aber wie das Sprichwort sagt: Was stinkt, das düngt!
  • Bei Stängelfäule, welche die jungen Pflanzen im Frühbeet umkippen lässt, bei Mehltau und anderem Pilzbefall ist ein Brennnesseltee das geeignete Mittel.
    Der Aufguss, mit Zusatz von einem Teil Schachtelhalm und einem Teil Kamille, wird zur Vorbeugung auf die gefährdeten Pflänzchen gesprüht. Die alten Kräuterkundigen würden wohl zu dieser Wirkung sagen, dass der feurige Mars keine mondhaften Schmarotzer wie Pilze oder Mehltau duldet.
  • Als Nachbarschaftspflanze erhöht die Brennnessel in Heilkräutern den Gehalt an ätherischen Ölen (Philbrick/Gregg 1967: 73). Messungen ergeben folgende Steigerungen des Ölgehalts:
    Baldrian 20%
    Engelwurz 80%
    Majoran 10–20%
    Pfefferminze 10%
    Salbei 10%
  • Kohl, Äpfel, Kartoffeln und andere Gemüse werden im Gemüsekeller länger haltbar, wenn man sie auf Brennesselblätter legt oder sie mit Brennnesseln abdeckt. Grüne Tomaten reifen gut nach und halten sich in Brennnesseln eingewickelt länger.
  • Getrocknete Brennesselblätter, unter das Hühnerfutter gemischt, machen Eidotter schön gelb und schützen das Federvieh gegen Durchfall.

So wird Brennnesseljauche gemacht
Ein nicht metallisches Gefäß bis oben mit Brennnesseln füllen, mit Regenwasser auffüllen und an einen sonnigen Ort stellen. Bald fängt es an zu gären und zu stinken. Eine Handvoll Steinmehl bindet das sich bildende Ammoniakgas. Nach ca. drei Wochen ist die Jauche fertig. Sie wird 1:10 mit Regenwasser verdünnt und um die Pflanzen herum gegossen. Besonders Starkzehrer wie Kohl und Tomaten sind dafür dankbar.

Die Brennnessel ist wohl eines der nützlichsten Pflanzen in unserer Gärten. Sie enthält wertvolle Nährstoffe, besonders viel Eisen und Kalzium, Vitamin A und C und viel Eiweiß. Bekannt ist sie wohl als Tee, denn da hilft sie gegen vielerlei Beschwerden.


Es ist tatsächlich guter Rat, den uns die Kräuterfrau gibt. Brennnesseltee wirkt erwiesenermaßen tonisierend, blutreinigend und blutbildend. Hier ein kurzer Überblick der Indikationen:

Brennnesseltee hilft bei:

  • Ekzemen, Pickeln, schlechter Haut.
  • Diabetes. Der Tee eignet sich als Zusatztherapie bei Zuckerkrankheit, da er die Funktion der Bauchspeicheldrüse günstig beeinflusst und den Blutzucker senken hilft.
  • Erkrankungen der Harnwege. Eine Kur ist angesagt bei Nierensteinen und Harngriesbildung.
  • Verdauungsstörungen. Brennnesseltee wirkt leicht stuhlgangfördernd, tonisiert die Leber und die Galle und kann als Unterstützungstherapie bei Gallenblasenentzündung, Magen- und Darmgeschwüren getrunken werden.
  • Milzleiden. Die Milz ist ein wichtiges Organ des Immunsystems. Sie dient als Auffangstelle für Bakterien, Parasiten, Zelltrümmer, weisse Pulpa und andere Blutverunreinigungen. Auch hier kommt die blutreinigende Wirkung des Tees zum Tragen. Seit der griechischen Antike wurde Brennnessel bei «Drüsenschwellung» verwendet.
  • Allergien. Bei Autoimmunkrankheiten, wenn das Abwehrsystem sich gegen den eigenen Körper wendet, kann eine Brennesselteekur Hilfe leisten.
  • Ermüdungs- und Erschöpfungszuständen, die auf Blutarmut (Anämie) zurückzuführen sind. Die Brennnessel ist ein regelrechtes Eisentonikum, worauf wir noch zu sprechen kommen.
  • Rheuma und Gicht. Diese Stoffwechselerkrankungen haben viel mit der Ansammlung von toten Stoffen und Schlacken im Gewebe zu tun. Der leicht harntreibende Brennnesseltee bringt die Ablagerungen wieder in Bewegung und schwemmt überschüssige Chloride und Harnstoffe aus.
  • Bei Allergien, Raucherbein und Durchblutungsstörungen kann man Brennnesseltee oder eine Abkochung des Krauts als Badezusatz ins Bad geben.
  • Haarwuchsproblemen. Nach dem Shampoo werden die Haare gründlich mit Brennnesseltee gespült. Das kräftigt die Haare.

aus W.D. Storl: Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor


Wohl ist es nicht bekannt, dass dies wunderbare Gartenpflanze auch eine Heilpflanze ist. Aus einem alkoholischen Auszug der Pflanze gewinnt man ein Elexier gegen Prostatabeschwerden. Dazu muss man nur die Wurzel ausgraben, diese säubern, kleinschneiden, in ein Einmachglas geben und mit 40 % Vodka übergießen, 2–3 Wochen ziehen lassen, gelegentlich schütteln, filtern und in braune Tropfflaschen füllen. Dosierung: 3 mal 20 Tropfen täglich.

Storl weiß auch zu berichten, dass die alten Kräuterkundler der Brennnessel den Mars zuordnen. Das soll auch der Grund sein, dass sie so viel Eisen enthält. Das Eisen der Brennnessel ist von großer biologischer Verfügbarkeit, es kann leicht von unserem Organismus aufgenommen werden. Wir Menschen brauchen Eisen. Als Baustein der roten Blutkörperchen hilft es, den Sauerstoff, der für jede einzelne Zelle lebensnotwendig ist, zu transportieren und zu speichern. Gelegentlich kann es vorkommen, dass Menschen nicht genug von diesem Marselement in sich haben. Sie sind dann blass, lustlos, träge und schlapp: Sie leiden an „Blutarmut“.

Also habt den Mut euch mehr mit der Brennnessel zu beschäftigen.

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